Papamonat: Väter werden gebraucht, aber was brauchen Väter?
Die Österreichische Väterplattform begrüsst die aktuelle Diskussion über den Papamonat. Die Zeit nach der Geburt eines Kindes ist entscheidend für die Entwicklung der Beziehung des Kindes zu beiden Eltern. Daher ist die gleichberechtigte Teilnahme der Väter im Interesse des Kindes und im Interesse beider Eltern. Ein dem Mutterschutz entsprechender gesetzlicher Anspruch der Väter auf ausreichenden Kontakt mit dem Kind fehlt derzeit vollständig. Die Diskussion über den sogenannten Papamonat ist daher sinnvoll und notwendig.
Allerdings ist die Diskussion derzeit von den Anliegen der Frauen und der Wirtschaft dominiert. Väter werden zuhause und am Arbeitsplatz gebraucht, aber was brauchen Väter für den Aufbau einer guten Beziehung zu ihrem Kind? Die Zeit nach der Geburt ist wichtig, aber es ist erst der Anfang einer Beziehung über mehrere Jahre. In Österreich gibt es Anspruch auf bis zu drei Jahre Karenz. Derzeit hat die Mutter das Vorrecht auf 85% der Karenz. Die restlichen 15% kann der Vater nur dann in Anspruch nehmen, wenn er im gemeinsamen Haushalt mit der Mutter lebt. Die ernsthafte Einbeziehung der Väter würde hingegen ein eigenständiges Recht auf die Hälfte der Karenzzeit bedeuten. Väter sollten sich darauf verlassen können, dass sie auch nach einer möglichen Trennung von der Mutter ihre Beziehung zum Kind aufrechterhalten können.
Darüber hinaus werden derzeit die Themen Mutterschutz/Vaterschutz und Karenz unsachgemäss vermischt. Der vorgeschlagene "Papamonat" wäre analog zum bestehenden Mutterschutz zu sehen, also als kurzfristiger, verpflichtender und vom Arbeitgeber bezahlter Arbeitsausfall bei aufrechtem Arbeitsverhältnis direkt nach der Geburt. Die Karenz hingegen ist die freiwillige Aufgabe des Arbeitsplatzes zugunsten der Kindererziehung über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Beim jetzt diskutierten Papamonat werden die Eigenschaften von Mutterschutz und Karenz oft vermischt, was aus mehreren Gründen unsinnig ist. So gibt es ja bereits die Väterkarenz. Zwar hat die Mutter derzeit de facto immer noch ein Vetorecht gegen den Karenzanspruch des Vaters, aber die Aufteilung der Karenz zwischen Mutter und Vater ist prinzipiell möglich. Ein sogenannter "Papamonat" über bis zu drei Monaten würde daher parallel zum Karenzanspruch des Vaters laufen.
Ein Vater hätte dann möglicherweise gleichzeitig die Pflicht, den "Papamonat" in Anspruch zu nehmen und das Recht, in Karenz zu gehen. Der Versuch, die Benachteiligung der Väter bei der Karenz über einen überdimensionierten "Papamonat" auszugleichen, ist in sich widersprüchlich. Der "Papamonat" sollte nicht bis zu drei Monate lange sein, sondern genau so lang wie der bereits geltende Mutterschutz. Die zu geringe Teilnahme der Väter an der Karenz sollte hingegen durch einen gleichberechtigten Anspruch auf die Hälfte der Karenz geregelt werden. Bei einer Dauer von einigen Tagen ist auch die Verpflichtung von Müttern und Vätern zu Mutterschutz und Vaterschutz und der entsprechende Kündigungsschutz für werdende Väter eher sinnvoll umsetzbar.
Unsere Kinder haben das Recht auf beide Eltern und beide Eltern haben das Recht auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Väter brauchen heute vor allem Rechtssicherheit, dann werden sie sich gerne gemeinsam mit den Müttern um ihre Kinder kümmern.
Partner der Österreichischen Väterplattform treten der Europäischen Väterplattform bei
Die Österreichischen Partner in der Väterplattform sind der Europäischen Väterplattform beigetreten. Damit ist der Weg frei für die internationale Zusammenarbeit im Sinn der Kinderrechte und Väterrechte. Von links nach rechts: Hannes Hausbichler (Papa gibt Gas), Richard Maier (Kindergefühle), Peter Tromp (Sekretär der Europäischen Väterplattform und Väterkompetenzzentrum, Holland), Andre Müller (Verantwortungsvoll erziehende Väter, Schweiz), Oliver Peter Hoffmann (Sprecher der Österreichischen Väterplattform und Männerpartei) und Guido Löhlein (Väter ohne Rechte).
- oph's blog
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
- English
Sprecher der Väterplattform
Die Väterplattform richtet die Funktion des Plattformsprechers ein. Der Sprecher wird in Zukunft alle sechs Monate von einer anderen Partnerorganisation gestellt. Von September bis Dezember 2011 ist Oliver Peter Hoffmann (Männerpartei) Plattformsprecher, von Januar bis Juni 2012 ist Guido Löhlein (Väter ohne Rechte) als Sprecher geplant, danach Hannes Hausbichler (Papa gibt Gas) und Richard Maier (Kindergefühle).
- oph's blog
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
Österreichische Väter bekommen eine eigene Interessensvertretung
Nach der Konstituierung der Europäischen Väterplattform haben Männerpartei sowie die Vereine Papa gibt Gas und Väter ohne Rechte die Österreichische Väterplattform gegründet. Die Vertretung der Interessen von Vätern und ihren Familien soll so gebündelt werden. Die Mitgliedschaft in der Plattform steht allen Organisationen offen, die sich für die Plattformziele einsetzen. Diese orientieren sich an den familienbezogenen Menschenrechten, insbesondere am Recht auf Familienleben. Die Väterplattform setzt sich ein für:
- eine aktive Interessenvertretung der Väter
- das Kindeswohl, die (Menschen-)Rechte der Väter und Kinder sowie das Recht des Kindes auf beide Eltern und die erweiterte Familie als Grundlage aller politischen Forderungen
- die Förderung aktiver Vaterschaft und die rechtliche Gleichstellung berufstätiger Väter, zum Beispiel in Hinblick auf Kündigungsschutz, Vaterschaftsurlaub und Karenz
- die Beseitigung aller Väterdiskriminierungen, zum Beispiel durch die konsequente Umsetzung der gemeinsamen Obsorge der Väter für ihre Kinder unabhängig vom Status der Beziehung zwischen Vater und Mutter
- die Umsetzung aller relevanten Artikel der (Europäischen) Menschenrechtskonvention und Kinderrechtskonvention
- gemeinsame Obsorge und gemeinsame Sorge als gesetzlicher Normalfall für alle Eltern und ihre Kinder sowie eine gesetzliche Grundlage für die Doppelresidenz von Kindern getrennter Eltern
- vollständige Gleichstellung der Väter und der Vaterschaft im Privatbereich sowie Gleichstellung der Männer im Bereich der Kinderbetreuung und in der Schule
- Gründungsmitglieder der Väterplattform sind die Organisationen Väter ohne Rechte, Männerpartei und Papa gibt Gas
Die Väterplattform steht allen Organisationen offen, die Väterinteressen vertreten, unabhängig vom Geschlecht der Mitglieder - rechtliche Gleichstellung der unverheirateten Väter und ihrer Kinder mit verheirateten Vätern und ihren Kindern
- Verbesserung der Situation aller Väter, auch der Väter mit niedrigem Sozialkapital und/oder Migrationshintergrund
- Schutz der Väter und ihrer Kinder aus Beziehungen mit Doppel- und Mehrfachstaatsbürgerschaften
- Förderung der Forschung zur Situation der Väter, zum Beispiel in Hinblick auf die Auswirkung von Trennungen und die sich abzeichnenden Bubenkrise in Schulen und ihrer erwartbaren Auswirkungen
- admin's blog
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
Kindergefühle schliesst sich der Väterplattform an
Der Verein Kindergefühle schliesst sich der Väterplattform an. Gemeinsam geht es schneller voran und daher werden wir unsere Ziele ab jetzt gemeinsam nach aussen vertreten.

- admin's blog
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
Väterplattform und Opfersolidarität fordern umfassende Reform des Gewaltschutzes
"Gewaltschutz ist mehr als Frauenlobbying. Kinder sind nicht automatisch vor familiärer Gewalt geschützt, wenn sie bei der Mutter sind. Ein Grossteil des Kindesmissbrauchs geht vom neuen Freund oder von der Mutter selbst aus. Wer Obsorgeverfahren gesetzlich mit einem einseitigen Schutz der Frauen vor familiärer
Gewalt verknüpfen will, beschädigt das Kindeswohl. Die jüngsten Forderungen der Frauenhäuser sind daher entschieden abzulehnen.", erklärte heute Oliver Peter Hoffmann. In ihrer Forderung nach einer umfassenden Reform des Gewaltschutzes wird die Väterplattform von unabhängigen Gewaltschutzgruppen wie der Selbsthilfegruppe Opfersolidarität unterstützt: "Wenn man wirklich etwas zum Schutz der Kinder machen will, dann sollten Mütter dazu verpflichtet werden, ihre Kinder von gewalttätigen neuen Partnern fernzuhalten. Bisher gibt es keine Sanktionen für eine Mutter, die den Kontakt mit jemand aufrecht erhält, der das Kind misshandelt hat. Es kann nicht nur darum gehen, dass die Frau allein entscheidet, welcher Gewalt ein Kind ausgesetzt wird.", stellt Angela Kreilinger klar. Eine Familie besteht aus Vater, Mutter und Kind. Wer echten Gewaltschutz will, muss alle drei Personengruppen ausgewogen einbeziehen.
- oph's blog
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben




